Deutsche Stiftung Meeresschutz

Globaler Einsatz
für die Meere

Über die DSM

Die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM) wurde 2007 als gemeinnützige Stiftung gegründet. Sie fördert weltweit Projekte, die den Schutz von Meeren und ihren Bewohnern zum Ziel haben. Die Stiftung finanziert sich fast vollständig durch Spenden (zzgl. geringfügiger Geldauflagen).

Weltweit aktiv

6 Projekte weltweit

Die Stiftung ist dort aktiv, wo Meereslebensräume besonders bedroht sind: von der kroatischen Adria über die Kapverden bis zu den Fidschi-Inseln im Pazifik. Tippe auf einen Punkt, um mehr zu erfahren.

Sechs Projekte, ein Ziel

Jedes Projekt der DSM verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischem Schutz und arbeitet dabei eng mit Partnern vor Ort zusammen.

Projekt 01

Meeresschutzgebiet Kvarner Bucht

📍 Nordadria, Kroatien 🤝 MareMundi 📅 Seit 2024

Zwischen den kroatischen Inseln Cres und Krk soll ein großes Meeresschutzgebiet von rund 952 km² entstehen. In diesem Gebiet sind zwei sogenannte No-Take-Zonen geplant, also Bereiche, in denen keinerlei Fischfang erlaubt ist: der Gurgurov-Kanal (71 km²) und der Krušija-Kanal (25 km²). Um die Einrichtung wissenschaftlich zu begründen, wird die Artenvielfalt erfasst, der Zustand der Seegraswiesen mit standardisierten Methoden untersucht und die Unterwasserwelt mit Hydrophonen (Unterwassermikrofonen) akustisch überwacht. Die Projektstation befindet sich in Punat auf der Insel Krk.

Steckbrief
Ökosystem Posidonia-Seegraswiesen und marine Megafauna Methoden Hydrophone, LIT-Transekte, Zählrahmen, Clean-ups Station Punat auf der Insel Krk
Mediennotiz

Projektvideo zum geplanten Meeresschutzgebiet zwischen Cres und Krk. Die Pfeile öffnen ergänzende Fotoeinblicke aus Kartierung, Monitoring und Feldarbeit.

Videoquelle: YouTube

Projekt 02

Meeresschutz im Mittelmeer mit Project Manaia

📍 Mittelmeer (IT, GR, MT) 🤝 Project Manaia 📅 Seit 2022

Dieses Projekt operiert vom Forschungsschiff SY Waya Waya aus und verbindet mehrere Schutzmaßnahmen miteinander. Dazu gehören die Renaturierung von Seegraswiesen, das Entfernen von Müll aus dem Meer (Clean-ups) und die systematische Erfassung der Artenvielfalt unter dem Titel „Seascaping the Med". Außerdem werden invasive Arten untersucht, die das Ökosystem bedrohen. Über einen Citizen-Science-Ansatz werden an verschiedenen Standorten lokale „Meeresgärtner"-Stationen aufgebaut, an denen Freiwillige mitarbeiten können. Das Projekt wird zusätzlich von der ClimaClic-Initiative und der Gert-Riedel-Stiftung unterstützt.

Steckbrief
Ökosystem Seegraswiesen und Küstenökosysteme Methoden Renaturierung, Clean-ups, Citizen Science, Transekte Besonderheit Mobiles Forschungsschiff SY Waya Waya
Mediennotiz

Projektvideo über die mobile Schutzarbeit an Bord der SY Waya Waya. Weitere Fotos zeigen Renaturierung, Forschung und Clean-ups im Mittelmeer.

Videoquelle: YouTube

Projekt 03

Schildkrötenschutz auf Boa Vista

📍 Kapverden, Boa Vista 🤝 Turtle Foundation 📅 Seit Sept. 2022

Auf der kapverdischen Insel Boa Vista nisten Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta), die dort durch Wilderei bedroht sind. In der Nistsaison von Juni bis Oktober patrouillieren einheimische Ranger und Freiwillige über rund 30 der insgesamt 65 km Niststrand. Dabei setzen sie moderne Technik ein: Nachtsichtdrohnen, Wärmebild-Ferngläser und speziell ausgebildete Artenschutzhunde. Die Arbeit wird durch Umweltbildung und die Zusammenarbeit mit der lokalen Polizei unterstützt. Der Erfolg wird über konkrete Zahlen gemessen, zum Beispiel die Wilderei-Quote und die Anzahl geschlüpfter Jungtiere.

Steckbrief
Zielart Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) Methoden Nachtsichtdrohnen, Wärmebildkameras, Artenschutzhunde Kennzahlen Wilderei-Quote, Schlupf- und Rettungszahlen
Mediennotiz

Projektvideo zum Schutz der Karettschildkröten auf Boa Vista. Ergänzende Fotos zeigen Nachtüberwachung, Strandarbeit und Ausbildung vor Ort.

Videoquelle: YouTube

Projekt 04

Rückkehr der Mittelmeer-Mönchsrobben

📍 Israel, Mittelmeerküste 🤝 Delphis (Ashdod) 📅 Seit Aug. 2023

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) ist eine der seltensten Robbenarten der Welt. An der israelischen Küste wird daran gearbeitet, ihren Lebensraum wiederherzustellen. Dazu werden natürliche Meereshöhlen restauriert und neue Grotten gebaut, die den Robben als Rückzugs- und Fortpflanzungsorte dienen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Meeresschutzgebiet Rosh HaNikra an der Grenze zum Libanon. Überwachungskameras dokumentieren, ob die Tiere die Höhlen annehmen. Im „Dolphin & Sea Center" in Ashdod werden Lehrkräfte, Schulkinder und Vorschulkinder für das Thema Meeresschutz sensibilisiert.

Steckbrief
Zielart Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) Methoden Höhlenrestaurierung, Kamera-Monitoring, Bildungsprogramme Fachberatung Harris Nicolaou und zypriotische Wissenschaftler
Mediennotiz

Projektvideo zur Rückkehr der Mittelmeer-Mönchsrobbe. Die Fotos ergänzen den Blick auf Höhleninspektion, Monitoring und einzelne Tiere.

Videoquelle: YouTube

Projekt 05

Korallenrestauration in der Bandasee

📍 Banda-Inseln, Indonesien 🤝 BandaSEA & Luminocean 📅 2022 bis 2025

Vor der Insel Hatta in der indonesischen Bandasee werden geschädigte Korallenriffe mit einer besonders schonenden Methode wiederhergestellt. Während der natürlichen Laichzeit der Korallen werden deren Keimzellen (Gameten) mit einfachen Mitteln wie Trichtern und PET-Flaschen gesammelt. Die daraus entstehenden Larven werden in Tanks aufgezogen und anschließend in markierten Parzellen (3 × 5 Meter) auf dem Meeresboden ausgebracht. Schutznetze aus Organza-Stoff dienen als temporäres Schutzdach. Das langfristige Ziel ist ein Leitfaden, der zeigt, wie Korallenrestauration kostengünstig und ohne teure Ausrüstung vor Ort umgesetzt werden kann.

Steckbrief
Ökosystem Korallenriffe Methoden Gameten-Sammlung, Larvenaufzucht, Parzellen-Monitoring Durchführung Studierende der Hatta-Sjahrir Fisheries School
Mediennotiz

Projektvideo zur Korallenrestauration in der Bandasee. Die Fotos zeigen Larvenaufzucht, Netzkonstruktionen und die Arbeit unter Wasser.

Videoquelle: YouTube

Projekt 06

Seltene Rochen der Fidschi-Inseln

📍 Fidschi (Viti Levu, Drawaqa) 🤝 Dr. Kerstin Glaus 📅 Seit 2024

In den Küstengewässern von Fidschi werden seltene und bisher unbekannte Rochenarten erforscht. Die Untersuchungsgebiete liegen in der Natadola-Bucht auf der Hauptinsel Viti Levu und bei der Insel Drawaqa in der Yasawa-Gruppe. Die Forschung kombiniert mehrere Ansätze: beköderte Unterwasserkameras (sogenannte BRUVS), körperliche Vermessung von Rochen auf Fischmärkten und die Analyse von Umwelt-DNA (eDNA) im Meerwasser. Zusätzlich werden Umweltdaten wie pH-Wert, Salzgehalt und Wassertemperatur erfasst. Ein zentraler Erfolg des Projekts ist die Entdeckung und wissenschaftliche Erstbeschreibung einer bisher unbekannten, endemischen Rochenart. Diese Beschreibung kann als Grundlage für einen künftigen gesetzlichen Schutz dienen.

Steckbrief
Zielarten Rochen (seltene und endemische Arten) Methoden BRUVS, eDNA-Analysen, morphologische Studien Kooperation Drawaqa Marine Conservation Trust und USP Suva
Mediennotiz

Projektvideo zur Forschung an seltenen Rochenarten in Fidschi. Die Fotos geben zusätzliche Einblicke in Feldarbeit, Labor und dokumentierte Arten.

Videoquelle: YouTube

Querschnittsanalyse

Was alle Projekte verbindet

Obwohl die sechs Projekte in unterschiedlichen Regionen und Ökosystemen arbeiten, folgen sie alle einem gemeinsamen Dreischritt.

1

Daten und Monitoring

Zuerst wird eine wissenschaftliche Grundlage geschaffen: durch Unterwasserkameras, Hydrophone, DNA-Analysen oder Kameraüberwachung.

2

Schutzmaßnahmen

Auf Basis der Daten werden konkrete Maßnahmen umgesetzt: Schutzgebiete einrichten, Lebensräume renaturieren oder Wilderei bekämpfen.

3

Lokale Einbindung

Alle Projekte beziehen die Menschen vor Ort ein, zum Beispiel durch Citizen Science, Bildungsprogramme oder die Ausbildung lokaler Ranger.

Chronologie

Projektstarts im Überblick

Seit 2022 hat die Deutsche Stiftung Meeresschutz sechs Projekte gestartet oder begonnen zu fördern.

2022
Project Manaia: Meeresschutz im Mittelmeer
Schildkrötenschutz auf Boa Vista (ab September)
Korallenrestauration in der Bandasee (bis 2025)
2023
Mönchsrobben-Projekt in Israel (ab August)
2024
Meeresschutzgebiet in der Kvarner Bucht
Rochenprojekt auf den Fidschi-Inseln